Katharina von Siena - Patronin für den Diakonat der Frau

Tag der Diakonin

Mit dem "Tag der Diakonin", den der Katholische Deutsche Frauenbund seit 1998 am 29. April, dem Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, jährlich feiert, setzt sich der Verband für die Zulassung von Frauen zum diakonischen Dienst in der Kirche ein. Durch Gebete und Gespräche soll das Anliegen bedacht und weitergetragen werden. KDFB-Zweigvereine und KDFB-Diözesanverbände laden an diesem Tag zu Wortgottesdiensten, Meditationen oder Veranstaltungen ein und befassen sich so mit dem Diakonat der Frau.

Die Bundesdelegiertenversammlung des KDFB beschloss im Oktober 2011 das Positionspapier "Partnerschaftlich Kirche sein! Für ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Mann und Frau in der Kirche". Darin wird u.a. der "Tag der Diakonin" als Teil des verbandlichen Engagements für ein konstruktives Miteinander von Frauen und Männern in der Kirche beschrieben.

Im November 2011 legte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in seiner Erklärung "Für ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Frauen und Männern in der Kirche" fest, jährlich den "Tag der Diakonin" öffentlichkeitswirksam zu begehen.

Tag der Diakonin am 29.04.2017 (zentrale Veranstaltung)

Am 29.04.2017 fand der Tag der Diakonin in der Akademie Hohenheim der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt und ist damit an seinen Gründungsort zurückgekehrt.

Beim Wissenschaftlichen Diakonatskongress 1997 „Diakonat. Ein Amt für Frauen in der Kirche – Ein frauengerechtes Amt?“ wurde dort die Idee des Tags der Diakonin geboren.

Die zentrale Veranstaltung zum 20-jährigen Jubiläum ist eine Kooperation von KDFB, kfd, Netzwerk Diakonat der Frau und ZdK an der Akademie in Hohenheim. Der Blick richtete sich darauf, was in den vergangenen 20 Jahren geschehen ist, wo wir derzeit stehen und welche Impulse wir für die Zukunft setzen.

Abschlussstatement

Am Ende unserer heutigen Veranstaltung „Ein Amt mit Zukunft – auch für Frauen“blicken wir auf fundierte Diskussionen zum Thema „Frauendiakonat“ zurück. 20 Jahre nach dem Internationalen Theologischen Fachkongress „Diakonat – Ein Amt für Frauen in der Kirche – Ein frauengerechtes Amt?“, der vom 1.- 4. April 1997 ebenfalls in Stuttgart-Hohenheim stattfand, zeigt sich eindrücklich, dass seitdem nicht nur die historischen und theologischen Argumente ausgetauscht sind, sondern dass vorallem die Geduld vieler Frauen und Männer in dieser Frage nahezu erschöpft ist.
 
Wir nehmen wahr, dass es kein Verständnis mehr dafür gibt, wenn theologisch sinnvolle und kirchenrechtlich leicht erreichbare Schritte im Sinne der Beteiligung von Frauen nicht ergriffen werden.
 
Wir stellen fest: In der gegenwärtigen Krise der Kirche in Deutschland sind mutige Schritte gefragt, wenn die Kirche nicht bei vielen Menschen weiter an Bedeutung verlieren will. Zu einer glaubwürdigen Kirche gehört maßgeblich die gleichrangige Beteiligung von Frauen.
 
Wann, wenn nicht jetzt, ist es Zeit zum Handeln? In diesem Sinne sprach Bischof Fürst anlässlich des 100. Geburtstags des KDFB-Diözesanverbands Rottenburg-Stuttgart Ende März 2017 vom „Zeichen der Zeit“.
Im gemeinsamen Einsatz für eine zukunftsfähige, partnerschaftliche und glaubwürdige Kirche erklären heute – am „Tag der Diakonin“, dem 29. April 2017, in Stuttgart-Hohenheim – der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK):
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts und besonders seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 – 1965) und der Würzburger Synode (1971 – 1975) engagieren sich Frauen und Männer in Deutschland für die Einführung des sakramentalen Diakonats von Frauen. Diakonisches Handeln gehört zu den Wesensmerkmalen der Kirche. Der Diakonat ist deshalb durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder als eigenständiges Amt eingeführt worden. Als Getaufte und Gefirmte sind Frauen und Männer in gleicher Weise dazu berufen, aktiv am Aufbau und am Fortbestand der Kirche mitzuwirken und dabei den Dienst am Nächsten zu verwirklichen.

Dies bedeutet für uns:

Wenn die katholische Kirche in Deutschland glaubwürdig und zukunftsfähig sein will, dann ist es dringend erforderlich, Frauen in die kirchliche Ämterstruktur einzubeziehen und die Diakonatsweihe für Frauen einzuführen. Die Fähigkeit, den Dienst am Nächsten zu tun und somit der Botschaft Jesu Christi Hand und Fuß zu verleihen, ist Frauen und Männern in gleicher Weise gegeben. Sie wirken als Glaubenszeuginnen und Glaubenszeugen in einer lebendigen Kirche. Es wird die Kirche stärken, wenn der sakramentale Diakonat beiden Geschlechtern offensteht.

Wir danken Papst Franziskus für die Einberufung einer Kommission, um das Diakoninnenamt in den ersten Jahrhunderten der Kirche zu untersuchen. Gleichzeitig erwarten wir, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse konstruktiv für die Weiterentwicklung des diakonischen Amtes für Frauen und Männer genutzt und zeitnah umgesetzt werden. Die Aufforderung des Papstes an die Bischöfe, Vorschläge zur Neugestaltung der Kirche auf lokaler Ebene zu machen, um das Evangelium in die heutige Zeit umzusetzen, bestärkt uns in der Hoffnung auf die notwendigen Reformen.

Mit Blick auf die Kirche in Deutschland fordern wir daher die Bischöfe auf, sich bewusst für die Einführung des sakramentalen Diakonats für Frauen einzusetzen und entsprechende Konzepte in einem überschaubaren Zeitraum zu entwickeln. Dabei sollen Erfahrungen und Kompetenzen von bereits in diesem Bereich engagierten Frauen und Männern einbezogen werden.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Gleiche Würde und Gleichberechtigung von Frauen und Männern müssen endlich auch in der katholischen Kirche Wirklichkeit werden. Dazu braucht es Mut und die Bereitschaft zu Veränderungen, aber auch Vertrauen in diejenigen Frauen und Männer, Priester und Laien, die sich gemeinsam und weltweit für eine partnerschaftliche Kirche einsetzen, in der Diakoninnen selbstverständlich, bereichernd, überzeugend und glaubwürdig den Dienst am Nächsten leben und so Kirche erfahrbar machen.
 
Gemeinsam werden wir uns weiterhin für die Einführung des Diakonats der Frau einsetzen und unser Anliegen sowohl an den Papst wie auch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz herantragen.
 
Stuttgart, 29.04.2017

Aktuelle Termine für den "Tag der Diakonin" entnehmen Sie bitte dem Terminkalender

Auszug aus "Partnerschaftlich Kirche sein"

Diakonat der Frau.

Unsere Kirche versteht sich selbst als eine Kirche an der Seite der Armen. Um ihrer Glaubwürdigkeit willen muss sie ihr diakonisches Profil stärken. Der Auftrag aller Christinnen und Christen zur Diakonie bildet sich auch im sakramentalen Diakonat ab. Da die diakonische Arbeit überwiegend von Frauen geleistet wird, sind gerade Frauen als Diakoninnen unverzichtbar. 

Die Ausgestaltung der Ämtertheologie hat sich historisch entwickelt. Der Status quo unserer Zeit bildet davon nur einen Ausschnitt ab. Außerdem hat die Kirche immer wieder auch in der Ämterfrage auf die Herausforderungen der jeweiligen Zeit und des gesellschaftlichen Umfeldes reagiert und die eigene Ämtertheologie weiter entwickelt.

Wenn die Kirche heute über die Weiheämter nachdenkt, muss sie den ganzen Schatz kirchlicher Traditionen in den Blick nehmen. Die Argumente gegen eine Zulassung von Frauen zu Weiheämtern überzeugen uns nicht. Die Zeit ist reif, Frauen zu Diakoninnen zu weihen.

Wir unterstützen

das Netzwerk „Diakonat der Frau“.

Mit dem „Tag der Diakonin“ am 29. April, den der Frauenbund 1998 als Gedenktag am Festtag der hl. Katharina von Siena begründet hat und jährlich feiert, mahnen wir diese drängende Frage an

 

KDFB | Partnerschaftlich Kirche sein! | Seite 8

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